Stuttgarter Erklärung
Waldorfschulen gegen Diskriminierung
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- Die Freien Waldorfschulen leisten bei der Wahrnehmung ihrer erzieherischen Aufgabe im Geiste der Menschenrechte einen Beitrag für eine Gesellschaft, die auf dem solidarischen Zusammenleben aller Menschen beruht.
- Als Schulen ohne Auslese, Sonderung und Diskriminierung ihrer Schülerinnen und Schüler sehen sie alle Menschen als frei und gleich an Würde und Rechten an, unabhängig von ethnischer Zugehörigkeit, nationaler oder sozialer Herkunft, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Überzeugung.
- Die Anthroposophie als Grundlage der Waldorfpädagogik richtet sich gegen jede Form von Rassismus und Nationalismus. Die Freien Waldorfschulen sind sich bewusst, dass vereinzelte Formulierungen im Gesamtwerk Rudolf Steiners nach dem heutigen Verständnis nicht dieser Grundrichtung entsprechen und diskriminierend wirken.
- Weder in der Praxis der Schulen noch in der Lehrerausbildung werden rassistische oder diskriminierende Tendenzen geduldet. Die Freien Waldorfschulen verwahren sich ausdrücklich gegen jede rassistische oder nationalistische Vereinnahmung ihrer Pädagogik und von Rudolf Steiners Werk.
- Aus diesem Selbstverständnis arbeiten die Freien Waldorfschulen seit ihrer Gründung 1919. Waldorfpädagogische Einrichtungen engagieren sich heute
in allen Erdteilen, darunter in sozialen Brennpunkten Europas, Afrikas, Amerikas, Asiens, in Israel und der arabischen Welt.
Verabschiedet von der Mitgliederversammlung des Bundes der Freien Waldorfschulen, Stuttgart,am 28. Oktober 2007
[ Bund der Waldorfschulen zu Aggression und Fremdenfeindlichkeit ]
Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Nidersachsen
Eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts in Niedersachsen zeigt sehr deutlich, dass sowohl bei Fremdenfeindlichkeit als auch beim Rechtsextremismus Waldorfschüler das allerniedrigste Niveau aufweisen. Während 24,7 Prozent der Hauptschüler fremdenfeindlich und 9,5 Prozent rechtsextrem denken, liegen die Zahlen bei Gymnasiasten bei 8,3 bzw. 1,9 Prozent. Waldorfschüler indes sind nur zu 2,8 Prozent als fremdenfeindlich und zu 1,2 Prozent als rechtsextrem einzustufen. Der Leiter des Instituts, Professor Dr. Christian Pfeiffer, unterstreicht diese Tatsache in seinen Vorträgen zu dieser Studie immer wieder sehr deutlich und bewertet sie als klares Indiz für einen engagierten Einsatz der Waldorf-Pädagogen gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus.
Quelle: [ Bund der Waldorfschulen ]