Handarbeit Klasse 1 - 8
Hintergrund
So oder ähnlich beginnt der Handarbeitsunterricht bereits ab der ersten Klasse und geht bis in die Oberstufe hinein (Link siehe Oberstufe). Mädchen und Jungen gleichermaßen erleben sich als tätige, soziale Gemeinschaft. Sie geben sich gegenseitig Hilfestellung und teilen Freude und Stolz über die eigen zu Wege gebrachte Leistung.
Der Lehrplan ist abgestimmt im Schwierigkeitsgrad auf die jeweilige Altersstufe. Techniken wie zum Beispiel das Stricken, Sticken und Nähen fördern die Fingergeschicklichkeit und die Ausbildung der Feinmotorik. Gleichzeitig werden die Kinder in ihrer Willenstätigkeit angeregt.
Eine weitere Aufgabe „der Handarbeit“ ist es, die Verbindung von sinnlichem Erleben, ästhetischem Denken und gestaltendem Ausdruck im Kind anzulegen und zu fördern. Der so entwickelte Schönheitssinn befähigt die Kinder, sich in künstlerischer Weise mit Farb- und Formgebung auseinander zu setzen und sich selbst als aktive Gestalter wahrzunehmen.
Lernen fängt hier mit den Händen an, dem Ertasten und Be-Greifen von Dingen.
Rudolf Steiner sagt bereits vor über achtzig Jahren: „Unsere Fingerbewegungen sind im hohen Maße Lehrer der Elastizität unseres Denkens.“ (GA 201)
Interessanterweise belegt dies auch die heutige Hirnforschung: dass beidhändiges kontinuierliches Tätigsein – wie gerade bei der Handarbeit – zu einer hohen Vernetzung und Synapsenbildung im Gehirn führt.
Sabine Tappe-Bauer
Aber Hände sind schon ein komplizierter Organismus, ein Delta, in dem viel fernherkommendes Leben zusammenfließt, um sich in den großen Strom der Tat zu ergießen.
Rainer Maria Rilke


