Malen und Zeichnen in Klasse 1 bis 8
Aquarell Klasse 1:
Viele kleine Gelbchen begegnen dem mächtigen Rot, sie tanzen um es herum und berühren es. Dabei geschieht etwas Geheimnisvolles...
Klasse 1 - 3
Während der ersten drei Schuljahre lernen die Kinder die drei Grundfarben Gelb, Rot und Blau in ihrer jeweiligen Eigenart kennen. Die Farben werden zueinander in Beziehung gesetzt, so dass deutlich wird, dass die Wirkung einer Farbe von den benachbarten Farben abhängt.
Diese Beziehungen werden den Kindern nicht abstrakt, sondern in sinnigen Farbengeschichten nahegebracht. Zum Beispiel legt sich ein zartes Blau nieder und schläft ein. Da schwebt im Traum ein Gelbchen zu ihm herab, berührt es sanft und es geschieht etwas ganz Wunderbares. Etwas später gesellt sich ein Rot dazu, berührt das Gelbchen und sagt: »Komm, lass uns tanzen!« Da tanzen das Blau, das Gelb und das Rot in den Frühling.
Die Kinder setzen solche Farbengeschichten gegenstandsfrei um, es soll das Wesenhafte der Farben zur Erscheinung kommen. Der Sinn der Übung besteht darin, die Fantasie der Kinder anzuregen, sich von festen Vorstellungen zu lösen und in freier Weise die Gesetzmäßigkeiten der Welt der Farben allmählich kennen zu lernen.
Im Formenzeichnen geht man in der ersten Klasse zunächst aus von krummen und geraden Linien und geht dann über zum Kreis, zur Ellipse, zur Lemniskate usw. Diese Formen werden nicht nur gezeichnet, sondern auch gelaufen oder mit den Händen in der Luft gestaltet, damit ihre Eigenart dem Kind so intensiv wie möglich zum Erlebnis wird. Wichtig ist das innere Erlebnis, nicht so sehr das Ergebnis auf dem Zeichenblatt.
Im zweiten Schuljahr geht man über zu Symmetrieformen. Man gibt die rechte oder linke Seite einer Form vor und lässt sie von den Kindern symmetrisch ergänzen.
Im dritten Schuljahr können kompliziertere Formen folgen.
Auf diese Weise lernt das Kind, die Sprache der Farben und Formen zu verstehen, ohne groß darüber nachzudenken.
Klasse 4 - 5
Die Kinder sind jetzt in der Lage, auf die erworbenen Grundlagen der ersten drei Schuljahre aufzubauen und sie in ihre eigene schöpferische Fantasietätigkeit ganz selbstverständlich einzubeziehen. Die fließenden Wasserfarben werden dazu verwandt, Themen aus dem Unterricht in künstlerischer Weise zu gestalten.
Im Formenzeichnen können, passend zur germanischen Mythologie, die zum Erzählstoff der vierten Klasse gehört, Flechtbandmotive aufgegriffen und gezeichnet werden.
In der fünften Klasse wird das Formenzeichnen übergeführt in eine künstlerisch gestaltete Freihandgeometrie, in der die Schüler geometrische Grundelemente zeichnend kennenlernen.
Klasse 6
In dieser Alterstufe werden die Schüler offen für kausale Zusammenhänge, es entsteht ein Verständnis für Ursache und Wirkung. Rudolf Steiner gibt für das Zeichnen an, dass die Schüler eine Vorstellung davon entwickeln sollen, wie Licht und Schatten an einem Gegenstand wirken. Die physikalisch korrekten Zusammenhänge sollen möglichst in der Vorstellung entwickelt werden, nicht so sehr durch äußere Konstruktion auf dem Papier. Wichtig ist das Erlebnis, dass Technisches und Künstlerisches in schöner Weise zusammenwirken können.
Klasse 7
Im Zeichnen wird ein Verständnis der perspektivischen Darstellung entwickelt.
Beim Malen mit den Wasserfarben wird die Schichttechnik geübt. Dabei werden die Wasserfarben sehr trocken aufgetragen und in durchscheinenden Schichten übereinander gelegt, wodurch sehr schöne Mischeffekte entstehen können. Solche Bilder erfordern auch ein gewisses Maß an Planung im Umgang mit den Farben.
Klasse 8
Zeichnen
Alles, was im sechsten und siebenten Schuljahr behandelt worden ist, wird fortgesetzt und ins Künstlerische gesteigert.
MalenDurch alle Schuljahre hindurch haben die Schüler mit den Farben gelebt und sie in ihrem Zusammenwirken kennen gelernt. Jetzt werden sie angeleitet, das Spiel von Licht und Farbe am Gegenständlichen zu beobachten und darzustellen und zum Beispiel Landschaften ganz aus der Farbstimmung heraus malend zu gestalten.
Bernd Kettel
Schülerarbeiten

- Bernd Kettel










